Crossmedialität
trifft
Inklusion

In einer Welt voller Innovationen scheint heute beinahe alles möglich zu sein. Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag, Algorithmen steuern unsere Informationsflüsse und autonome Systeme übernehmen Aufgaben, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Der technologische Fortschritt kennt kaum Grenzen.

Und trotzdem ist etwas bis heute nicht selbstverständlich: Inklusion.

Denn Inklusion entsteht nicht automatisch. Sie beginnt dort, wo Menschen gesehen, gehört und mitgedacht werden. Noch immer entscheiden Barrieren über Chancen. Noch immer bleiben Menschen unsichtbar – nicht, weil sie weniger können, sondern weil unsere Gesellschaft sie viel zu selten mitdenkt.

Genau hier setzt der abm inclumedia® e.V. an. Wir verbinden moderne Medienproduktion, kreative Kommunikation und gesellschaftliches Engagement, um Inklusion sichtbar, erlebbar und selbstverständlich zu machen. Mit Filmen, Livestreams, Social Media und crossmedialen Kampagnen erzählen wir Geschichten, die berühren, Perspektiven verändern und Menschen miteinander verbinden. Denn Medien können mehr, als Inhalte vermitteln – sie schaffen Aufmerksamkeit, bauen Vorurteile ab und bewegen Gesellschaft.

Wir produzieren nicht einfach Content. Wir produzieren Wirkung.

Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Inklusion keine Ausnahme mehr ist, sondern gelebter Alltag. Bis dahin nutzen wir die Kraft der Medien, um genau diese Veränderung mitzugestalten.

Technologie verändert die Welt. Geschichten verändern Menschen.
Und gemeinsam verändern sie die Gesellschaft.

abm inclumedia® setzt Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Inklusion 

Unsere Folge „read & talk: Vergessene Opfer? Euthanasie im Nationalsozialismus und die Lehren für heute“ wurde als eine von drei Produktionen für den Nachhaltigkeitspreis Medien 2025 der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) nominiert. Die Auszeichnung würdigt Medienangebote, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und nachhaltige Wirkung entfalten. 

Links zur Sendung 

read & talk: Vergessene Opfer? Euthanasie im Nationalsozialismus und die Lehren für heute (mit zuschaltbaren Untertiteln (UT)) 

read & talk: Vergessene Opfer? Euthanasie im Nationalsozialismus und die Lehren für heute – mit Gebärdensprache (DGS) (und zuschaltbaren Untertiteln) 

Vor genau 80 Jahren endete der 2. Weltkrieg und die NS-Schreckensherrschaft. Die Euthanasie, die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen, ist dabei ein grausames Kapitel, das in der Öffentlichkeit oft wenig Aufmerksamkeit bekommt. Deshalb widmen wir uns in der Mai-Ausgabe unserer monatlichen Reportage „read & talk“ der aktiven Aufarbeitung von Verbrechen nationalsozialistischer Rassenhygiene – und gehen dabei auf die 

Suche nach Antworten auf die entscheidende Frage im Hinblick auf derzeitige politische Strömungen: Was lernen wir aus dieser Vergangenheit für heute? 

Euthanasie im Nationalsozialismus 

Die Aktion T4, der Befehl zur Euthanasie besiegelte ab 1940 das Schicksal von zehntausenden Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen – von „unwertem“ Leben. Moderatorin Anita Read begibt sich auf Spurensuche: Wie weit ist die Aufarbeitung vorangeschritten? Die Reise führt sie über Berchtesgaden zunächst zur ehemaligen Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz in Österreich und anschließend nach Wasserburg am Inn: zur Stiftung Attl, dem Zuhause von vielen Menschen mit Behinderungen, sowie zum kbo-Klinikum – beides Ausgangsorte für damalige Transporte nach Hartheim. Zudem trifft sie Hinterbliebene von Euthanasie-Opfern und spricht im Bayerischen Landtag mit politisch Verantwortlichen. Denn die Lehren aus dieser dunklen Vergangenheit scheinen heute relevanter denn je. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, für die Rechte und die Würde aller Menschen einzutreten und sich aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen. 

Journalismus mit gesellschaftlicher Verantwortung 

Die „read & talk“-Folge zeigt, wie nachhaltige Medienarbeit heute aussehen kann. Sie bringt journalistische Qualität und gesellschaftspolitische Relevanz zusammen, macht bestehende Hürden sichtbar und zeigt Wege, sie zu überwinden. In einer Zeit, in der vielen Menschen die Orientierung fehlt, bietet sie klare Perspektiven. Sie steht für eine Medienpraxis, die Haltung zeigt, demokratische Werte stärkt und so langfristige Wirkung auf Bildungsprozesse, kritische Meinungsbildung und den öffentlichen Diskurs entfaltet. 

„read & talk“ mit barrierefreien Zusatzdiensten 

Um diese gesellschaftlich relevanten Inhalte allen Menschen zur Verfügung zu stellen, haben wir uns für eine barrierefreie Aufbereitung mit Untertitel (UT) und Gebärdensprache (DGS) entschieden. 

abm inclumedia® produziert Film-Dokumentation für „Erinnerungsort München-Riem 1970“  

Die abm inclumedia® gestaltet kollektives Erinnern aktiv mit: Die Landeshauptstadt München eröffnete am Montag, 10. Februar 2025 den „Erinnerungsort München-Riem 1970“ mit einem Kunstwerk von Alicja Kwade – in Gedenken an einen tödlichen Terroranschlag auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens vor genau 55 Jahren. Für den internationalen Gedenkakt zur Eröffnung sowie die Online-Präsenz der Stadt produzierten wir einen 12-minütigen Dokumentarfilm, der sowohl die Geschehnisse von damals erzählt als auch den Hinterbliebenen Stimme und Raum gibt. 

Geschehnisse des 10. Februar 1970 

Der Anschlag von 1970 brachte erstmals den Nahostkonflikt in die bayerische Landeshauptstadt und markierte damals den Beginn einer Reihe terroristischer Aktivitäten. Am 10. Februar 1970 stürmten drei bewaffnete Terroristen das Rollfeld des Flughafens München-Riem und griffen das Personal sowie die Passagiere einer Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al an. Der deutsch-israelische Passagier Arie Katzenstein befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Transferbus auf dem Rollfeld. Geistesgegenwärtig warf er sich auf eine Handgranate, um andere zu schützen, und erlag den Folgen der Explosion. Elf weitere Fluggäste erlitten teils schwere Verletzungen, darunter sein Vater Heinz Katzenstein, der Flugkapitän Uriel Cohen sowie die deutsch-israelische Schauspielerin Hanna Maron. 

Internationale Dreharbeiten 

„Besondere Menschen tun so etwas“, beschreibt Aries Bruder Yuval Katzenstein die selbstlose Aktion seines Bruders. Produziert wurde dieses Interview wie viele andere Szenen in Israel. Mit den dort stattfindenden Dreharbeiten in Haifa und Tel-Aviv sowie deutschlandweit in Berlin und München umspannt die Dokumentation zahlreiche internationale Handlungsorte. Im Auftrag des Kulturreferates der Landeshauptstadt München entstand so eine umfangreiche, zeitgeschichtliche Dokumentation – erzählt aus Sicht der drei betroffenen Familien des Anschlags: die des Piloten Uriel Cohen, der schwerverletzten Hanna Maron und ganz zentral die Familie des Opfers Arie Katzenstein. 

Kunstwerk 

Neben Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, besucht der Film auch die international renommierte Künstlerin Alicja Kwade. Ihre Skulptur am Ort des Geschehens, dem heutigen Firmensitz der Brainlab AG, zeigt in drei nachgebildeten und stilisierten Tower-Uhren die drei Momente der damaligen Handgranatenexplosionen. Im Kunstwerk selbst ist der Name des Opfers Arie Katzenstein eingraviert. Sein Sohn Ofer appelliert am Ende unserer Film-Dokumentation, man müsse Konflikte auf eine andere Art lösen, „und nicht mit Gewalt“ – eine Botschaft, die auch heute wichtiger denn je zu sein scheint. 

Wir freuen uns, Teil dieses so immens wichtigen Projektes sein zu dürfen. Wir bedanken uns beim Kulturreferat der Landeshauptstadt München für das entgegengebrachte Vertrauen und sind stolz, die gemeinsame Aufarbeitung des Anschlags von damals aktiv mitgestalten zu können.